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Friday, April 13. 2007300
Ja, ich hab gerade den Film gesehen... toller Film. Zwar wäre er ohne Bullet Time nur 20 Minuten lang gewesen. Zwar sieht man die ganze Zeit nur Menschen sterben. Zwar ist alles reichlich unrealistisch dargestellt und die Iraner waren beleidigt, weil die Perser nicht gut wegkommen.
Aber ich werd ihn mir auf DVD kaufen. Gesinnung: Chaotisch Dagegen Friday, March 2. 2007Gods Of War
Trotz allem, was ich vorher geglaubt hatte, ist das aktuelle Manowar-Album "Gods Of War" ein absolutes Meisterwerk. Ich persönlich finde es besser als "Warriors Of The World", zwar bietet es keinen Schmusesong wie "Swords In The Wind", dafür bleiben wir jedoch auch von Offtopic-Spam wie "An American Trilogy" verschont.
Thematisch steht das Album im Zeichen Odins, des nordischen Gottes des Krieges, der Dichtkunst und der Magie. Da Manowar eine klassische True-Metal-Band ist, liegt der Fokus natürlich auf dem Kriegs-Aspekt. Abgesehen davon bietet das Album erfreulich wenig Deja-vu-Erlebnisse: Der Reim von Sky auf Die taucht kein einziges mal auf und das einzige, was dem Hörer eventuell bekannt vorkommen mag (vorkommen sollte) ist "The Warriors Prayer", das wieder aufgegriffen wird, dieses Mal jedoch direkt an Odin gerichtet. Gods Of War ist ein Destillat, die Quintessenz, von mehr als zwanzig Jahren Manowar. Ja, die Band hat sich weiterentwickelt von Kriegsgesängen wie "Hail To England", von Kurzerzählungen wie "Black Arrow" und hin zu "softeren" Stücken. Tatsächlich ist das Album generell relativ "weich", wirkliche Fans von Speed-Metal werden hier nicht auf ihre Kosten kommen (denen sei aber das neue Album von Wizard, namentlich "Goochan" empfohlen), aber dafür stimmt jedes Stück. Ich hätte nicht geglaubt, dass man bei Manowar noch Superlative ansetzen könnte. Aber Gods Of War ist tatsächlich mehr als vorher: Bombastischer, größer, mächtiger. Ein Opfer an Odin, das dem König der Könige würdig ist. Ich bin gespannt auf den "zweiten Teil" davon, der Thor gewidmet sein soll. Jetzt hoffe ich nur, dass das Geld, das ich eigentlich noch kriegen soll, rechtzeitig auftaucht, damit ich mir eine Konzertkarte für den 28. kaufen kann, ehe alle weg sind oder (noch schlimmer) ich auf einen Sitzplatz ausweichen muss. Gesinnung: Rechtschaffen Begeistert Thursday, March 1. 2007Gods Of War
Der eine oder andere mag ja beim Hören/Lesen von Manowar-Alben/Tracks/Lyrics von deja-vu geplagt sein. Sicher, es gibt nicht besonders viele angemessen heroische Wörter oder Reime, die man in den Lyrics ebendieser Alben verwursten kann, und auch der siebenunddreißigste epische Choral klingt genau so wie die ersten sechsundreißig auch.
Von daher war ich ziemlich skeptisch, als ich ins neue Manowar-Album "Gods Of War" reingehört habe. Das klingt ja schon so, als würde man es schon kennen. Aber - Pustekuchen: Nichts davon. Zwar bin ich nachts um halb 2 auf dem Weg zur Tanke (und keine Studenten-Witze) nur dazu gekommen, in drei Tracks reinzuhören, die hatten es dafür in sich. Okay, einer war das Intro, aber danach wollte ich unbedingt weiterhören, von daher war es ein gutes Intro. Das nächste Lied, das mir aus dem Shuffle um die Ohren flog, war "Die For Metal", ein Song, der klingt, als sei er original vom Kings Of Metal-Album und nur zu spät veröffentlicht worden. Groß - ganz ganz groß, Heavy Metal an der Grenze zum Rock'n'Roll, sei wie du bist, trink nicht mehr Bier, als du kannst, die Sonne scheint, die Motorräder jaulen und alles ist gut. Das letzte Lied, das ich gerade gehört habe, war "Blood Brothers". Ein echter Song zum Mitweinen. Es geht um Treue und um Freundschaft, zwischen zwei Blutsbrüdern, und Eric - der in der Zwischenzeit echt was für seine Stimme getan hat - artikuliert wiederholt, dass trotz allem immer jemand da sein würde: "I am that friend". Das ist schön. Ich werd jetzt gleich tatsächlich mal ins Bett gehen, von Motorrädern, Sommer und Sonne träumen und hoffen, dass der Rest der CD genau so unglaublich gut und begeisternd ist wie diese 3 Tracks. Thursday, February 1. 2007The Unforgiven 2
Der Junge aus The Unforgiven hat offenbar jemanden kennengelernt, die ihm wieder Hoffnung macht. The Unforgiven 2 artikuliert diese Hoffnung.
Lay beside meDas Lied spricht hauptsächlich über Hoffnung. Da ist zwar diese Tür, with "no sun shining through", aber wenn er diese Tür für sie öffnet, dann wird irgendetwas damit passieren. Sick and tired Leider hat er eine Enttäuschung zu viel erlebt. Denn sie ist auch unforgiven, genau wie die anderen, die ihn kaputtgemacht haben. Und dann liegt sie da plötzlich und ihre Augen sind geschlossen, genau wie die Tür, die die ganze Zeit gedroht hat, sich zu öffnen. Aber jetzt kann er die Sonne sehen. Vielleicht eine Art von Katharsis. Und eine Art von Wahnsinn. Thursday, February 1. 2007Metallica: The Unforgiven
Ich mag mehrteilige Lieder. Wie auch schon bei Subway to Sally mit Traum vom Tod profitiert The Unforgiven massiv davon, dass es zwei zusammengehörige Teile gibt.
Das meiste, was Metallica macht, ist Geschrammel. Das lässt sich leider nicht anders sagen. Ich persönlich höre bei Metalbands immer gern Balladen, weil ich der Meinung bin, dass erst dabei das vollständige Können der Gruppe zu Tage tritt. Das ist bei "The Unforgiven" genau so. Worum gehts? Der erste Teil erzählt von einem Jungen, der auf diese Welt kommt und vom System gnadenlos zurechtgeschreddert wird: New blood joins this earthEr lernt, sich anzupassen. Schaltet ab. Das Lied erzählt die Geschichte seines Lebens, wie er zuerst versucht, es jedem Recht zu machen, dann schließlich an dem Kampf, den er nicht gewinnen kann, zerbricht und schließlich am Ende "regretfully" als alter Mann stirbt. You labeled meDas Gefühl, über das er singt, kenne ich nur zu gut. Die Welt ist unfair und gemein und grausam. Er singt über das, was der Junge hätte sein können, wenn er gedurft hätte und darüber, dass das Gesicht, das er der Welt zeigt, nicht das ist, das er tatsächlich trägt. Und der rächt sich, indem er sie als "unforgiven" bezeichnet. Denn das sind sie ja auch, für ihn. Für Metallica-Verhältnisse ist das Lied ein Schmusesong (für meine übrigens auch). Das Schlagzeug ist sehr zurückhaltend, und er singt tatsächlich, anstatt den Text voller Elan ins Mikro zu schreien. Ein Mitsinglied, und ein Mitleidelied. Thursday, December 28. 2006Gothic und die FrauenBeim Spielen von Gothic 3 stellt sich einem ja so die Frage, warum es keine Frauen gibt. Insgesamt gibt es, glaube ich, nicht viel mehr als zehn: Zwei Rebellinnen, drei Sklavinnen und Zubens Harem, und das war es. Gestern hab ich es erfahren. Sie haben also Frauen gemacht, mit langen, wallenden Gewandern und langen Haaren. Richtig viele Frauen. Dann haben sie festgestellt, dass sie mit den langen Haaren irgendwelche Grafikprobleme hatten. Dann haben sie zwei Typen abgestellt, die das Frauenproblem lösen, und das Spiel weiterentwickelt. Ich sehe jetzt folgende Szene vor mir: Die Tür zur Besenkammer öffnet sich. Die beiden Typen kommen da raus und rufen "Wir haben das Frauenproblem gelöst!" Einer von ihnen tragt einen Wechseldatentrager andachtig in beiden Handen. Und deswegen gibt es keine Frauen in Gothic 3. Aber es gibt noch Hoffnung. Mit irgendeinem Patch werden sie plötzlich kommen, und dann wird es so sein, als waren sie nie weggewesen. Ich sollte für diese Leute arbeiten. Gesinnung: Rechtschaffen Amüsiert Monday, October 23. 2006
Firefox 2.0 Posted by admin
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23:04
Comments (3) Trackbacks (0) Firefox 2.0Seit heute Nachmittag surfe ich jetzt mit dem neuen Firefox. Das Googlefenster ist im vorinstallierten Skin etwas größer als vom alten gewohnt, und weil das Ding so brandneu ist, gibt es auch noch keine anderen, aber das ist das einzige, was ich an dem Programm eventuell zu bekritteln hätte. Es gibt einige neue Features. Die Tabs werden ab einer gewissen Anzahl (zum Beispiel den 44 Blogs, die ich zwischenzeitlich lese) nicht mehr bis aufs Minimum verkleinert, sondern haben eine gewisse Größe und man kann scrollen. Außerdem gibt es eine automatische Rechtschreibprüfung, die unbekannte Wörter rot untermalt. Man kann sie auch abstellen, aber ich finde sie niedlich. Außerdem ist der neue Browser deutlich schneller als der alte. Ich habe es relativ schnell gemerkt. Beim Aufrufen meines Blog-Favoritenordners war die alte Version von Firefox erst einmal eine bis zwei Minuten nicht ansprechbar. Die neue jammert zwar, aber ich kann trotzdem weiterbrowsen - auch bei der Arbeitsspeicher-Intensität wurde zurückgefahren. Das Kästchen für "Erweiterungen" beinhaltet zwischenzeitlich auch die Skins, was mich fast dazu veranlasst hat, mal welche zu installieren. Leider gibt es noch keine, weshalb diese Spielerei noch warten muss. Generell finde ich den neuen Browser schneller und, nach einiger Gewöhnungszeit, auch schöner als die alte Version. Das einzige, was ich an Mozilla noch bemängeln würde, ist (aus reinem Egoismus natürlich) die Möglichkeit, einen festgelegten Font zu verwenden, der nicht auf dem Rechner des Users installiert ist (wie Netscape das zum Beispiel für Webseiten anbietet/angeboten hat, wer weiß schon, was Netscape zur Zeit tut?). Das würde es mir zum Beispiel ermöglichen, meine wundervolle Webseite in irgendeinem total abgedrehten, augenkrebserregenden Font anzuzeigen, und man müsste sich aktiv dagegen zur Wehr setzen... Gesinnung: Rechtschaffen Begeistert Wednesday, August 2. 2006
Zombieade-Feedback Posted by admin
in die Welt ist gut, Feedback at
15:14
Comments (0) Trackbacks (0) Zombieade-FeedbackOkay... hier also das versprochene Zombieade-Feedback: Die Zombieade war eine von der laikerianischen Priesterschaft und der ehrenwerten Cabala Serpentis ausgerichtete Brot-und-Spiele-Bürgerbespaßungs-Aktion - Zombies und ihre Beschwörer, die gegeneinander antraten, um am Ende den Ruhm und die magische Todesbrezel zu erlangen. Außerdem sollte nach außen getragen werden, was doch die CS und die Priesterschaft für gute Freunde sind. Auf dem Gelände, auf dem die Spiele traditionell ausgetragen werden, steht eine magische Stele, die irgendwie Auswirkungen auf die dort erhobenen Untoten hatte. Um das Ganze zu untersuchen war das Erheben von Untoten nicht nur ausdrücklich erwünscht, sondern wurde auch gefördert - immerhin kann das Wissen darum, wie man diese fitteren Untoten erzeugt, wichtig... also, ähm, also, Untote. Ich hatte auch einen. "Ein Zombie! Danke, Meister!" *zauber* Ein wirklicher Wettkampf wurde leider nicht ausgetragen, es kam nur zu zwei Disziplinen (Gliedmaßenweitwurf und 1 on 1), da die CS und die Priesterschaft sehr damit beschäftigt waren, ihr freundschaftliches Verhältnis zueinander zu optimieren. Dabei kamen zwei bis drei Priester ums Leben, die Cabal hat das Ganze unbeschädigt überstanden. Mein Zombie und ich haben das 1 on 1 gewonnen, beim Gliedmaßenweitwurf saß ich leider - von dem Zombie bewacht - in einer Hütte und war mit wichtigen Adeptentätigkeiten beschäftigt, was Adepten eben so tun. Mein Handgelenk war am nächsten Morgen übrigens entzündet... Anyway, ich kann also behaupten, ich hätte die Zombieade gewonnen. Der Priester, der den Gliedmaßenweitwurf gewonnen hat, wird das Gleiche von sich sagen, und das Ergebnis des Wettkampfes ist sehr metaphorisch. Ich glaube, von allen anwesenden Bürgern haben drei oder vier überlebt. Macht nichts. Hätten sie sich einer der beiden Fraktionen anschließen müssen. x) Es gab natürlich auch wieder ein wichtiges Ritual - eine Verschmelzung, die mit Blutmagie funktionierte, um mit 40 Trefferpunkten ein "öffne dich" auf ein magisches Gefängnis zu wirken. Die Trefferpunkte wurden von der Priesterschaft gestellt, namentlich derer von Malagash, des Chaosgottes. Aus Ermangelung an Ritualkomponenten haben wir den benötigten Chaosstern sowie das Verschmelzungspentagramm aus Blumen gebaut. Meine Schwarzmagierin hat einen Priester durch die Blume als unfähig und impertinent bezeichnet, die laikerianische Nationalgarde hat sich geweigert, den blumenpflückenden Schwarzmagiern die Nationalhymne vorzusingen und ich habe zusammen mit der anderen Adeptin viel Blödsinn gemacht ("Lass deinen Zombie mal tanzen...") Der Zombie selber war auch ziemlich cool. Nicht nur, dass er kämpfen konnte, nein, er hat ein NSC-Kind (ich weiß nicht genau, wie alt, aber sicher noch kein Teenager) als Zombie kaputtgehauen und es dann, bevor es wieder aufstehen konnte, aufgehoben, weggeschleppt und in eine der überall deponierten Weihwasserpfützen geschmissen. Ich habe vorgeschlagen, er sollte es essen, aber das wollte er nicht. Sowieso, das war ein ziemlich geschwätziger Zombie. Erst informierte er mich mitten auf der Wiese darüber, dass der Kaiser tot sei ("Ich weiß, aber das darfst du nicht laut sagen, die Priester..."), dann fingen wir an, darüber zu diskutieren, ob er sein Sklavenhalsband im Tod noch tragen müsse, und dann fing er plötzlich an, Glitzersteine zu sammeln und damit zur Stele zu laufen. Jeder Zombie, der gegen die Stele kam, zerplatzte allerdings auf der Stelle, sodass ich ihn mit meiner magischen Befehlsgewalt, die ich über ihn hatte (dann doch) daran hinderte, bis ich irgendwann keine Lust mehr hatte. Er hat sich verabschiedet, bevor er gegangen ist, und meine Kollegin und ich guckten uns an und nickten übereinstimmend: Was für ein wohlerzogener Untoter. Ich bin von einem der anwesenden Magi zur Sau gemacht worden, weil ich danke und bitte zu "dem Ding" gesagt habe, was der anwesende Magus aber nicht wusste, war, dass "das Ding" durchaus noch seinen eigenen Willen hatte... Für mich wars ein gelungenes Spiel und ich hatte viel Spaß. Gesinnung: Chaotisch Chaotisch Sunday, July 30. 2006Zombieaaaade....Wir leben noch! Gesinnung: Chaotisch Überlebend Friday, July 28. 2006Darf ein Mörder Pastor sein?
Spiegel Online hat einen spannenden Bericht über einen ehemaligen Mörder veröffentlicht, der mittlerweile als evangelischer Kleriker arbeitet. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob denn ein verurteilter Mörder diesen Beruf ausüben dürfe.
Ich finde, allein die Tatsache, dass die Frage überhaupt aufkommt, disqualifiziert den Fragesteller für den evangelischen Glauben. Kurzer Exkurs in die evangelische Geschichte: Martin Luther (10. 11. 1483 bis 18. 2. 1546) war mit der katholischen Kirche unzufrieden, insbesondere missfiel ihm der Ablasshandel. Die katholische Kirche (in Zukunft KK genannt) hatte einige reichlich obskure Bräuche, beispielsweise waren Gottesdienste ausschließlich auf Latein und die Proles nahmen nicht aktiv daran teil, sondern hörten nur andächtig zu oder holten Schlaf nach. Die Kirche brauchte zu diesem Zeitpunkt dringend Geld, da sie in Rom den Petersdom bauen ließ (hübsche Kirche übrigens... werde ich mir definitiv angucken, wenn ich auf Jahrgangsfahrt da bin). Das Geld verdienten die Kleriker mit dem Verkauf von Ablassbriefen, die, je nach Summe, die Zeit im Fegefeuer verkürzten ("wenn erst das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt", grässliche Lyrik übrigens). Damals ging man davon aus, dass jeder Mensch nach seinem Tod sowieso in die Hölle käme, weil ungefähr alles, was Spaß macht, damals mindestens als Sünde, wenn nicht als Todsünde klassifiziert war. Luther prangerte also den Ablasshandel an, indem er seine berühmten 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte (heutzutage wäre so etwas Sachbeschädigung). Da Wittenberg eine Studentenhochburg war, fanden die Thesen rasende Verbreitung, außerdem wurde diese durch die Buchpresse begünstigt, die kurz zuvor erfunden worden war - Luthers Schriften wurden die ersten Bestseller der Weltgeschichte. Luther verfasste diverse Anklageschriften, in denen er immer wieder den Ablasshandel anprangerte. Er stellte die Situation dabei so dar, dass der arme, unschuldige Papst von skrupellosen Kirchenfürsten hintergangen wurde. Der zeigte sich davon wenig beeindruckt, exkommunizierte Luther sogar. Auf Insistieren des Kurfürsten Friedrichs des Weisen wurde ihm jedoch eine letzte Gelegenheit eingeräumt, sich vor dem Reichstag noch einmal - und hier kommt das Missverständnis, dieser Satz wird kein eindeutiges Prädikat haben. Luther glaubte, dass er eine Gelegenheit erhalten habe, sich noch einmal zu erklären, der Reichstag wollte, dass er widerruft. Schließlich verhängte der Reichstag das Wormser Edikt über Luther, das nicht nur seine gesammelten Werke auf den Index setzte, sondern ihn auch noch für Vogelfrei erklärte. Kurfürst Friedrich, dem etwas an Luther lag, ließ ihn daraufhin heimlich von seinen Soldaten entführen und ihn auf der Wartburg in Sicherheitshaft setzen. Dort übersetzte Luther die gesamte Bibel vom Lateinischen in die Volkssprache, und zwar nicht aus dem Lateinischen, sondern aus den hebräischen und griechischen Ursprungstexten. Dies geschah um 1522. Was hat all das mit dem Pastor zu tun, der nicht praktizieren darf? Die Reform war ein hartes Stück Arbeit. Martin Luther war so etwas wie ein Volksheld. Die Bauern, die unter der durch den Feudalismus unglaublich hohen Abgabenlast litten, brachen 1524 den großen Bauernkrieg vom Zaun. Das Bauernheer unter der Führung von Thomas Müntzer wurde jedoch bei Frankenhausen vom Fürstenheer gestellt und niedergemetzelt, es soll etwa 5000 Tote gegeben haben. Luthers Schriften und seine Bibelübersetzung waren von den Gebildeteren unter den Bauern als Rechtfertigung für diesen Aufstand herangezogen worden, obwohl er selbst den Aufstand aufs Schärfste verdammte. Insgesamt sollen dabei 130 000 Bauern ihr Leben verloren haben. Luther hatte deswegen ein schlechtes Gewissen. Da Martin Luther in der Lage war, sein eigenes Gehirn zu benutzen, war er mit vielen Lehren der katholischen Kirche nicht einverstanden. Er glaubte zum Beispiel nicht an einen unnachgiebigen, strafenden, zornigen Gott, sondern an einen Gott der Nächstenliebe und des Verzeihens. Dies wurde einer der Hauptgedanken der evangelischen Theologie: Der Begriff sola gratia (lat. Allein durch Gnade) ist ein Grundsatz insbesondere der reformatorischen Theologie. Er drückt die Idee aus, dass ein Mensch vor Gott nicht durch Werke, sondern allein durch Gottes Gnade gerecht werden kann. Die bedeutendste biblische Grundlage für den Gedanken stellt Römer 3,21-28 dar. Also - was spricht dagegen, dass ein verurteilter Mörder evangelischer Pastor ist? Evangelische Gläubige müssen eine Tat nur ehrlich bereuen, und Gott wird sie ihnen vergeben. Wer im Stande göttlicher Gnade ist, ist durchaus in der Lage, evangelischer Geistlicher zu sein - dazu braucht es ein Theologiestudium und einen Arbeitsplatz. Was sollte der arme Mann denn tun, Ablassbriefe kaufen? Ich halte alle Kritiker an dieser Sache für heuchlerisch und verlogen. Oder für katholisch Gesinnung: Rechtschaffen Evangelisch Wednesday, July 26. 2006
und wenn man auf mich hören ... Posted by admin
in Blogdingens, die Welt ist schlecht, Feedback at
12:16
Comment (1) Trackbacks (0) und wenn man auf mich hören würde...... und ein funktionierendes Bildungssystem schaffen, das es überflüssig macht, zusäzlich zu 30 Wochenstunden Schulunterricht noch mal 2 bis 10 Wochenstunden Nachhilfeunterricht zu nehmen, hätte Scientology gar keine Chance. Es kann eigentlich nicht sein, dass ein Kind stundenlang in der Schule sitzt und hinterher zur Nachhilfe rennt, um das, was es in der Schule gelernt haben sollte, noch mal für teures, von den Eltern bezahltes Geld aufzupolieren beziehungsweise verständlich erklärt zu bekommen. Also: Entweder ein funktionierendes Bildungssystem oder staatlich subventionierte Nachhilfe und ein Lohnausgleich für die Schüler, die diese in Anspruch nehmen müssen - ist ja alles Zeit, die da verloren geht. Eigentlich gibt es nur noch eine Hoffnung für Deutschlands Bildungssystem - ein neuer Bildungsminister (ich zum Beispiel) unter Bundeskanzler(in) Farlion. Aber Farlion ist gerade weg. Schon seit Wochen. Ich hasse es, Recht zu haben Gesinnung: Rechtschaffen Deprimiert Saturday, July 22. 2006
Postoperative Frühjahrsmüdigkeit Posted by admin
in die Welt ist schlecht, Feedback at
22:02
Comments (0) Trackbacks (0) Postoperative FrühjahrsmüdigkeitFür diejenigen Blogleser, die mich nicht persönlich kennen, mag dieser Eintrag überraschend kommen - für alle anderen wohl eher nicht. Ich hatte gestern früh meine Narbenkorrektur-OP, habe seitdem eigentlich fast nur geschlafen und bin jetzt wieder einigermaßen senkrecht (so zur Hälfte, ich sitze mit dem Notebook im Bett). Anfang April hatte ich die tatsächliche OP, Brustverkleinerung (klingt albern, war aber nötig. Mir wurde andernfalls in zwei Jahren der erste Bandscheibenvorfall versprochen). Da bei mir nicht im Ankerschnittverfahren geschnitten wurde (also in der Unterbrustfalte), sondern die Nähte nur senkrecht von der sogenannten "Mamille" nach unten gehen, sind die Narben kleiner geblieben. Leider kam es auf beiden Seiten zu Wundheilungsstörungen, rechts ist die Naht ein Stück weit aufgegangen und links hat sie sich nicht ganz so gezogen wie sie sollte. Deshalb wurde also gestern diese Narbenkorrekturop nötig, wo dann doch noch mal waagerecht geschnitten wurde, aber nicht so weit, wie das andernfalls nötig gewesen wäre. Nach der OP durfte ich direkt nach Hause gehen, das war auch ganz ok so. Habe leider den Fehler gemacht, den Computer anzuschalten (um einigen Leuten zu sagen, dass ich noch lebe - danke für so viel Zuneigung Die OP selber war eine der besten Ideen, die ich je hatte. Ich bin von 70G auf - mittlerweile dank Fitnesscenter 75 - C geschrumpft, kann im normalen Laden Unterwäsche kaufen, meine Rückenprobleme haben sich drastisch reduziert und ich bin tatsächlich in der Lage, der Gravitation längere Zeit zu trotzen und einfach gerade zu stehen. Es war ein erhebender Moment, als ich in dieses Geschäft gegangen bin und gesagt habe "der da, in Grün" Mit der ganzen Geschichte angefangen habe ich vor einem guten halben Jahr. Da habe ich angefangen, die Kasse anzutriggern. Tatsächlich hat die Beihilfe (ich bin ja snobistisch privat versichert) 80% aller anfallenden Kosten übernommen, meine Eltern waren so lieb, mir mit dem Rest auszuhelfen, ansonsten hätte ich ein ziemliches Problem gehabt. Die OP selber habe ich auf den 1.4. festgelegt. Ich habe mich am Sonntag Abend vorher selber eingeliefert, hatte das Wochenende durch Netzwerkparty gemacht und hatte dementsprechend wenig Probleme mit dem Einschlafen. Am nächsten Morgen wurde ich in aller Herrgottsfrühe geweckt, was in Krankenhäusern leider Standard zu sein scheint. Anstelle eines Frühstücks bekam ich haufenweise Drogen, durfte ein paar Stunden lang dumm herumsitzen und wurde dann in den OP gerollert. Ich erinnere mich noch an die OP-Schleuse, ein arschkalter Metalltisch, der unter mir weggezogen wurde, und dann ging es bergab auf den Tisch selber. Irgendwann wirkte dann tatsächlich die Narkose. Ich glaube, mein Vater war da, als ich aufwachte, aber sicher bin ich nicht, er könnte auch später gekommen sein. Ich hing am Tropf, rechts und links von mir lagen hübsche Plastikflaschen auf dem Boden, in denen sich rotes Zeug sammelte und die an Schläuchen hingen, die aus mir rauskamen. Ich habe die Dinger relativ schnell hassen gelernt, denn ich musste sie nicht nur ständig mit mir herumschleppen, sondern sie standen auch noch unter Unterdruck. Mindestens auf der einen Seite hatte ich das Gefühl, dass der Sog zu stark war, da kam auch nicht wirklich was raus. Ich hatte ein sehr sexy bauchfreies Top aus irgendwelchen Verbänden an. Meine erste Assotiation war diese Nacht im Bangers, als wir als Untote aufgetaucht waren... die Mumie trug auch sowas. Das Ganze wirkte nicht wesentlich geschrumpft, aber ich war zu groggy, um mir groß Sorgen zu machen. Über die fünf Tage, die ich da war, hatte ich haufenweise lieben Besuch, meine Eltern hatten mir eine ganze Tüte voll Bücher gekauft und ich hatte Oblivion. Trotzdem ging es mir die ersten drei Tage ziemlich dreckig, am Mittwoch habe ich es das erste Mal geschafft, etwas bei mir zu behalten. Das Schlimmste an der Sache war, dass ich es exakt bis zum Windows-Logo schaffte, bis mir alles hochkam, sodass ich eigentlich nur las und schlief. Man hört ja immer, dass man die Arme bei sowas nicht heben kann, das ging bei mir ganz gut. Das Problem waren eigentlich nur die Drainagen. Jetzt, wo ich mit diesen schönen Quernähten herumlaufe, merke ich, dass die eigentlich nur ziepen, wenn ich was schweres trage (ich war einkaufen, und Wasser wiegt nun mal einiges). Das Personal im Krankenhaus war leider wenig geduldig, einmal hat mich eine Schwestern-Azubine morgens um acht mit dem Bett so dermaßen ruckartig nach oben gestellt, dass nicht nur mein OPgebiet gegen den Tisch knallte und ich ein Schleudertrauma davontrug, sondern mein schwer erkämpfter Schlaf rüde unterbrochen wurde... aber irgendwas ist ja immer. Von daher ist es eine echte Verbesserung, jetzt zu Hause zu sein. Ich bin noch nicht sonderlich gut zu Fuß und eher langsam, und das Ganze tut auch noch ziemlich weh, aber es gibt keine wirklichen Probleme, bin nur müde und schnell erschöpft. Bisher habe ich es ohne Schmerzmittel ausgehalten, und ich glaube, das Schlimmste ist auch schon geschafft. Was mich am meisten nervt, ist, dass ich erst Montag wieder duschen soll. Ich werde das morgen natürlich trotzdem tun, aber mal gucken, ob ich nicht irgendwie drumrumduschen kann...
Gesinnung: Rechtschaffen Wehleidig Tuesday, July 18. 2006
Wer lässt sich von mir retten? Posted by admin
in die Welt ist gut, Feedback at
00:18
Comments (0) Trackbacks (0) Wer lässt sich von mir retten?
Wer von euch, oh ihr noch nicht Erleuchteten, ist bereit, mir auf der feurigen Spur des brennenden Fuchses zu folgen?
Der Browser ist viel toller als der stinkende Internet-Explorer:
und jetzt muss ich ins Bett... ach, ich könnte noch stundenlang so weiterschreiben. Gesinnung: Rechtschaffen begeistert Sunday, July 2. 2006Eulenspiegel-Flüssigschminke
Ich hatte auf "Auf Leben und Tod" ausgiebig Gelegenheit, die weiße Flüssigschminke zu testen. Ich bin nicht ganz zufrieden damit, ein paar Macken hat das Zeug, aber auf dem Gebiet ist es bisher das Beste, was mir begegnet ist.
Im Gegensatz zu Fettschminke oder der Eulenspiegel-Topfschminke zum Anrühren hinterlässt die Flüssigschminke, wenn sie erst einmal getrocknet ist, keine Spuren auf Kleidung oder schwarzgewandeten Vollzeitgruftis. Wenn sie abgeht, schmiert sie nicht, sondern... wahrscheinlich ist "bröckelt" das beste Wort dafür. Wie bei aller Schminke auf Wasserbasis kann man Nachkorrekturen mehr oder weniger vergessen, weil sich dabei dort, wo der Übergang zwischen intakter Schminke und Korrektur ist, ein reichlich farbintensiver Rand bildet. Fällt bei hellen Farben natürlich mehr auf als bei dunklen. Aufgetragen wird das Zeug nicht, indem man streicht, sondern indem man tupft. Wenn man damit von A nach B arbeitet, sodass die Schminke dort, wo man angefangen hat, schon trocknet, während sich im restlichen Bereich des Gesichts noch feuchte Übergänge befinden, vermeidet man diese Ränder. Ich habe mich auf dem Spiel etwa sechs Mal komplett geschminkt. Am Anfang fehlte mir noch ein wenig Übung, am Ende habe ich es geschafft, in fünf Minuten Gesicht, Schulern und Ausschnitt zu schminken und dann noch die Schatten mit blauem Puder nachzutupfen. Ich hoffe auf Fotos, im Spiegel sah das Ganze die meiste Zeit über gut aus. Die Schminke ist mit Wasser sofort löslich, man kann sie komplett ohne Seife, Make-Up-Entferner oder Brennspiritus aus dem Gesicht waschen. Ich hatte nach einer Weile den Eindruck, dass meine Gesichtshaut irgendwie brannte, aber das wird eher daran gelegen haben, dass ich mir auf der Hinfahrt einen leichten Sonnenbrand zugezogen habe, als an der Schminke. Ich habe keine neuen Pickel davongetragen, das Zeug ist sogar für meine zickige Haut top-verträglich. Tipp zum Abschminken: diese Feuchttücher aus den Plastikpackungen (ich habe die natürlich vergessen, glücklicherweise sonst aber nichts; der andere Eiself hat allerdings dran gedacht). Mein lieber Kollege hat Fettschminke benutzt, die ist zwar ein wenig pflegeleichter, dafür empfinden Textilien der Umgebung sie als deutlich anhänglicher. Bis ich was Besseres finde, werde ich bei der Flüssigschminke bleiben. Gesinnung: Chaotisch Ausprobierend Thursday, June 29. 2006
Vereinigung der ... Posted by admin
in die Welt ist schlecht, Feedback at
21:12
Comment (1) Trackbacks (0) Vereinigung der Rundfunkgebührenzahler
Ich bin ja gegen GEZ für internetfähige PCs. Warum soll ich dafür bezahlen, dass andere Leute "Tatort" oder wie der Kram heißt ohne Werbeblock gucken dürfen? Ich sehe nicht fern. Läuft eh nur Müll. Ist furchtbare Zeitverschwendung. Gleiches gilt fürs Radio. Wenn ich ständig eine permanente Feedbackschleife aus drei Interpreten, nämlichst "Herbert Grönemeyer", "Wir sind Helden" und "Fettes Brot" (ich vermute jedenfalls, dass dieser unsägliche, betroffenheitsheischende Rap mit der Frau mit den zwei Jobs und dem Kind, die so ein furchtbares Leben führt, von denen ist, weil der Song musikalisch ähnlich disharmonisch ist wie "Schwule Mädchen", ein Lied, das ich nicht nur wegen seines pseudointellektuellen Titels einfach grausam fand, von denen ist) hören möchte, dann
Mal ehrlich - hier läuft den ganzen Tag der Heroes 5 Soundtrack. Wer braucht schon Musik? Und wenn der mal nicht läuft, dann höre ich die Musik, die ich damals, als ich noch bei darkerradio.de aufgelegt habe, rezensiert habe. Wie zum Beispiel Adversus. Ich stand heute bei Edeka, die Stöpsel von Skippypropyl (Skippy, Skippy Secundus, Skippypropyl, Quadroskippy gibbet, wenn die Garantie abgelaufen ist) in den Ohren und brabbelte die Texte vor mich hin. Allein für "Mein Hass ist ein Strudel aus gläsernen Dolchen, teilen dein Fleisch dir gleich klaren Gedanken" gehört dieser Band der Literaturnobelpreis verliehen. Womit wir wieder bei der GEZ wären - ich habe eine gesunde Antipathie gegen diesen Verein entwickelt, der versucht, mich mittels zwielichtiger Gehirnwäsche-Methoden daran zu hindern, derart klare Gedanken zu fassen.
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