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Saturday, February 24. 2007
Posted by vivec
in die Welt ist schlecht, haben die gesoffen?, selber denken
Comments (12) Trackbacks (0) Wenn man keine Ahnung hat...
... einfach mal die Fresse halten.
Das hätten sich die Macher des in der Blogosphäre bereits mit Unverständnis und Entsetzen aufgenommenen Panorama-Beitrages mal zu Herzen nehmen sollen. Durch die - für alle informierten Menschen - offensichtlichen Fehler ("Die Computerspiele heißen “Final Fantasyâ€, “Der Pate†oder "Call of Duty“. Ihr Ziel ist immer gleich: Menschen jagen, foltern, töten.") schaffen es, die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in einer Form unglaubwürdig zu machen, die Deutschlands gesammelte GEZ-Gegner nimals hätten erreichen können. So gibt es beispielsweise in der Welt der ARD-Intendanten (die, vermutlich als Beispielclip aus dem Archiv, mit dem "Hot Coffee Mod" des Spiels GTA San Andreas illustriert wurden) Spiele, bei dem derjenige "gewinnt", der möglichst viele Frauen vergewaltig. Das Spiel "Call Of Duty", in dem man aus alliierter Perspektive den zweiten Weltkrieg nacherleben kann, wird von "Familienvätern, Schülern, Nazis" gespielt. Wenn dieser Beitrag eins ist, dann Propaganda. Ich würde sämtlichen medieninformierten Lehrern raten, ihn als Beispiel dafür zu benutzen, was Propaganda ist - die Schüler sind schon informiert. Die beiden interwievten Computerspieler haben je fünfstündige Interwievs geliefert, aus denen am Ende die zwei Aussagen zitiert wurden, die am besten in den Kontext passten. Interessant dabei: Das Forum unter daserste.de, in dem eifrige Adminns jeden externen Link zu ausführlichen Blogbeiträgen zensieren Wochenendkinderkacke an der Blogbar Der Beitrag bei Farlion mit ausführlichen Links, über den ich überhaupt auf das Thema gestoßen bin eine ausführliche Analyse mit Richtigstellung bei Jan Schejbal und der peinliche Versuch einer Rechtfertigung im Panorama-Forum. Des Weiteren möchte ich die folgende Initiative verlinken: Gamer sind keine Verbrecher Gesinnung: Rechtschaffen Killerspielspielend Trackbacks
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So gibt es beispielsweise in der Welt der ARD-Intendanten (die, vermutlich als Beispielclip aus dem Archiv, mit dem "Hot Coffee Mod" des Spiels GTA San Andreas illustriert wurden), bei dem derjenige "gewinnt", der möglichst viele Frauen vergewaltig.
In dem Satz fehlt irgendwas, glaub ich. Ansonsten: Es ist ja nicht der erste überpeinliche Hetzpropaganda-Beitrag, den die ARD sich zu dem Thema erlaubt. Es ist echt nur noch zum Kopfschütteln, was dort inzwischen unter "Journalismus" so auf den Äther gehen darf. o_O
Ich will das Spiel, was der Schünemann meint, da gesehen zu haben. Ich wette mal, dass das nur in seinen feuchten Träumen existiert.
Ich spiele keine Computerspiele und bin deshalb vielleicht hoffnungslos veraltet. Vielleicht kann ich allein schon deshalb dem Panorama-Beitrag und der Verbots-Fraktion voll zustimmen. Wobei ich glaube, daß Killerspiele vor allem gefährlich sind für die Entwicklung von Unterschicht-Kindern. Das sind die, die keine Blogs vollschreiben, sondern von deren Gerichtsverfahren man liest, daß " der Gewaltausbruch des Angeklagten letztlich unerklärlich blieb". Das Problem- und hier sind die Politiker sicher aktionistisch-ist eher die Unmöglichkeit der Umsetzung eines solchen Verbots im Internetzeitalter.Ich bin sehr für Meinungsfreiheit in Bezug auf sprachliche Äußerungen( Abschaffung des 130STGB beispielsweise), weil nur durch eine freie Diskussion die Gesellschaft einen vernünftigen Weg finden kann. Die Freigabe aber aller denkbaren Bilderwelten erzeugt einen Sog zur unmittelbaren Umsetzung dieser Vorstellungen, vielleicht ähnlich einem posthypnotischen Befehl. Dies insbesondere bei intellektuell wenig befähigten Menschen oder auch gefühlsinstabilen Hochbefähigten.
Ähm, ich gehe mal davon aus, dass Dir nicht bekannt oder bewusst ist, dass Kindern (auch denen aus anderen Schichten) der Zugang zu den gezeigten Spielen jedenfalls nicht in irgendwelchen Läden möglich sein sollte (bzw: ist). Die Forderungen der kompetenten Herren Schünemann und Beckstein nach einem generellen Verbot treffen damit also ganz primär Erwachsene. Und ich will mir nicht von irgendwelchen Politikern vorschreiben lassen, was ich ansehen darf, und was nicht. Vielleicht sollten sich die Innenminister mal einen Blick in das Grundgesetz werfen. Artikel 5 sagt da wörtlich: "Eine Zensur findet nicht statt."
Was mag so ein Verbot der Herstellung, des Verkaufs und des Besitzes von "Killerspielen" denn bitte Anderes sein?
"Das Problem- und hier sind die Politiker sicher aktionistisch-ist eher die Unmöglichkeit der Umsetzung eines solchen Verbots im Internetzeitalter."
Darum geht es nicht. Ein Verbot ist entweder sinnvoll oder nicht - die Umsetzbarkeit spielt in dieser Argumentation erst mal keine Rolle. Das grundlegend Falsche an diesem Gedankenansatz ist: 1) Er widerspricht dem Grundgedanken einer freiheitlichen Gesellschaft, in der eben erstmal alles stattfinden darf, egal, ob es einer kleinen Gruppe von Menschen in den Kram passt oder nicht. Wenn "Gefährlichkeit" im weitesten Sinne alleine ein Argument wäre, müsste von Rauchen und Alkohol über Autofahren und Fernsehnachrichten bis hin zum Skateboardfahren so ziemlich ALLES verboten sein. Eine freiheitliche Gesellschaft überlässt die Verantwortung dafür, was Menschen mit ihrem Leben anfangen etc. eben den Menschen selber. Alles andere ist im Ansatz totalitär - ein Verbotsstaat, der ALLES maßregelt in der arroganten Annahme, immer zu wissen, was gut und richtig ist. 2) Zu meinen, ein solches Verbot würde das Problem auch nur ansatzweise lösen, schiebt die Verantwortung für die Lösung an einen Ort, wo sie nicht hingehört. Denn nach den bösen Spielen kommen die bösen Bücher und die böse Musik und eh man sich's versieht ... ich denke, es wird klar, worauf das hinausläuft. Die Verantwortung liegt darin, ALLE Kinder in einer gesunden, von einfachen und sinnvollen Grundwerten geprägten Gesellschaft aufwachsen zu lassen und zu Menschen zu erziehen, die mit allen Einflüssen angemessen umgehen können. Diese Verantwortung versäumen unsere "Denker und Lenker" in großem Maßstab seit vielen Jahrzehnten und fördern und tolerieren stattdessen eine Gesellschaft, in der die niedersten menschlichen Verhaltensweisen allgemein akzeptiert sind und sogar mit Geld und Erfolg belohnt werden. Denn die wirklich unfassbaren Dinge spielen sich täglich AUSSERHALB von PC-Spielen ab, in der richtigen Welt. Kunst und Kultur einschließlich PC-Spiele sind lediglich ein Spiegel unserer Gesellschaft, Symptom, nicht Ursache - jede Gesellschaft hat die Kinder, die sie verdient... Soll heißen: Alles an den blöden Spielen festzumachen, heißt das Pferd von hinten aufzuzäumen und ist m.E. der grundlegend falsche Denkansatz. Und die Art, wie die ARD hier Journalismus gegen Propaganda eintauscht, ist themenunabhängig einfach unredlich und schlicht das Allerletzte. Die "Journalisten", die diesen und ähnliche Beiträge verbrochen haben, sollten sich in Grund und Boden schämen.
Eine in jeder Hinsicht freie Gesellschaft wäre die Anarchie, die meines Erachtens nicht funktioniert.
Wenn " erst mal alles stattfinden darf", wird ziemlich viel stattfinden, manche Anhänger einer " absoluten Freiheit" wäre bei realem Erleben dieser uneingeschränkten Freiheit schnell recht frustriert. Deshalb sollte eine realistisch freiheitliche Gesellschaft durchaus Dinge verbieten. Um flexibel zu bleiben, sollte die sprachlich geäußerte Meinung zu Fragen der Geschichte und der politischen Gestaltung der Gegenwart und Zukunft nicht eingeschränkt sein. Böse Bücher brauchen nicht mehr verboten werden, sie sind es-gegen meine Vorstellungen-schon. Und die Autoren sitzen in Deutschland im Gefängnis.Richtig ist, daß ein Verbot von Killerspielen nicht alle Probleme löst. Aber ein durchsetzbares( wie auch immer technisch möglich) wäre mit anderen Maßnahmen geeignet zu helfen, daß die Gesellschaft hinsichtlich sozialer Verwahrlosung noch mehr aus dem Ruder läuft. Ich glaube zwar nicht, daß meine Wünsche realistisch sind, möchte aber dennoch daran festhalten.
Hallo Thomas,
Tatsache ist, dass die "Killer"spiele Jugendlichen bereits verboten sind. Alles, was darüber hinausgeht, schränkt nur Erwachsene ein - und die haben in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft innerhalb gewisser Grenzen das Recht, zu tun und zu lassen, was sie wollen. Das, was du willst, ist also keine Verschärfung des Verbots, sondern eine konsequente Umsetzung. Die "soziale Verwahrlosung" bekämpft man aber ganz sicher nicht, indem man die Symptome verbietet. Das wird nichts.
Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich zu dem Thema noch schreiben soll. Was ich wirklich schlimm finde ist die Ignoranz und das Unwissen mit dem diese "Journalisten" versuchen die breite Masse zu verdummen. Was bringt es denn, die schon bestehenden und scharfen Jugendschutzgesetze auch auf Erwachsene zu erweitern, außer damit eine breite Masse von Erwachsenen zu kriminalisieren, weil sie eben solche Spiele spielen?
Ich kenne mich, dank meiner Arbeit auf LAN-Partys und anderen Computerveranstaltungen relativ gut mit dem Jugendschutz in diesem Bereich aus und kann daher aus Erfahrung sagen, dass es nicht an den Gesetzen und Regelungen liegt, dass immer mehr Jugendliche solche Spiele spielen, sondern an den Eltern, die dies ihren Kindern ohne Kontrolle erlauben. Wie oft habe ich am Einlass, wo wir jeden per Personalausweis auf seine Volljährigkeit überprüfen Eltern mit ihren Sprößlingen stehen, die uns mit einer "Vollmacht" oder irgendwie anders davon überzeugen wollen, doch ihren 12-17 jährigen Nachwuchs auf unsere Veranstaltung zu lassen, weil er das zu Hause ja auch spielt. Diese Eltern, wenn sie dann auf den Jugendschutz hingewiesen werden, geben dann meist als Antwort "Ja und, so schlimm ist das doch nicht" Was bringen dann diese neuen Gesetze? Ja genau, gar nichts, wenn die Eltern nicht sensibilisiert werden auf das, was da in den Kinderzimmern geschieht. Ich spiele gerne mal ein "Killerspiel" allerdings finde ich nicht, dass es in den Händen von 12-16/18 jährigen etwas verloren hat.
Beim Thema Killerspielverbot spielt meines Erachtens ein weiteres Thema unausgesprochen eine Rolle: die Computeraversion vieler älterer Leute.
Diese Leute haben einen irrationalen Wunsch( ich selber rechne mich dazu): sie wollen endlich ihren Karteikasten aus den 70er Jahren zurück. Die Killerspielthematik bietet nun einen Ansatzpunkt, wenigstens etwas an der verhaßten Coumputerwelt zu verbieten. Unabhängig davon bleibt aber für mich die Frage: Was ist das faszinierende an Killerspielen, was macht sie für Erwachsene " unverzichtbar". Vielleicht sollten die Killerspielfans Antworten auf diese Fragen entwickeln, vielleicht könnte man auch Spiele entwickeln, die das Jagdfieber( das von mir unterstellte Motiv) etwas weniger blutdürstig befriedigen.Natürlich sind diese Spiele bei Leuten auch ein Symptom sozialer Verwahrlosung, gleichzeitig in der " blutdürstigen Form" auch ein Verstärker.
Ich persönlich nutze eben diese "Killerspiele" manchmal um mich abzureagieren, oder um Dinge zu tun, die ich im realen Leben niemals tun würde, eben weil sie dort wirklichen Menschen Schmerzen und Leid zufügen würden, sofern sich die Beschreibung "Killerspiele" nur auf Ego-Shooter bezieht.
Da mit dem Wort "Killerspiele" aber mittlerweile sogar schon in meinen Augen harmlose Spiele wie Final Fantasie bezeichnet werden, welche nun mal überhaupt keine Gewalt in dem Sinne von Ego-Shootern enthalten, geschweige denn übertriebene Gewaltdarstellung, ist es schwer allgemeingültige Antworten auf solche Fragen zu bekommen, denn bei solchen Spielen ist die Motivation wieder eine völlig andere. Wenn ich deine Antwort etwas direkter auslege unterstellst du ja, dass jeder, der solche Spiele spielt "sozial verwahrlost" ist. Meinst du nicht, dass du es dir da etwas zu leicht machst? Natürlich gibt es Menschen, die diese Spiele nur wegen der Gewalt spielen und dies eventuell auch auf die Realität übertragen, aber es gibt auch Leute die ins Fitnesscenter gehen damit sie Muskeln aufbauen um dann andere Menschen zu verprügeln o.ä. von Schützenvereinen fange ich gar nicht erst an. Als kleinen Nachsatz, wenn du deinen Karteikasten aus den 70er zurückhaben möchtest kannst du das gerne tun, nur bitte verlange nicht, dass eine jüngere Generation, die sich zum Großteil mit den neuen Medien identifiziert, auch damit leben muss, ich verlange auch von niemandem sich mit dem Computer zu beschäftigen. (Ausnahme sind hier Politiker, die alles verbieten wollen, ohne davon einen Ahnung zu haben, die sollen sich sowas doch bitte vorher anschauen.)
Der Aspekt Verstärkung der sozialen Verwahrlosung bezieht sich vor allem auf bildungsferne Schichten.In den entsprechenden Prozessen wegen irrational erscheinenden Gewaltstraftaten werden wir nie etwas von Killerspielhintergründen hören, anders als bei amoklaufenden Gymnasiasten, die ich eher für die Ausnahme halte.In der Tat: den Fitnesstudiobesuch mit Anabolikadoping halte ich nicht für weniger gefährlich.Mir geht es darum, daß die " killerspielverliebte" Computerfreakgeneration sich selbst Gedanken macht, wie negative Auswirkungen dieser Spiele minimiert werden können, ohne alles in dieser Richtung zu verbieten. Nur wenn Ihr Euch in dieser Richtung konstruktiv einbringt, werden die in naher Zukunft zu erwartenden Verbotsgesetze realistisch ausfallen. So aber droht die Gefahr in der Tat, daß unter dem Druck der "Karteikastenliebhaber" wesentliche Teile der jungen Generation kriminalisiert werden. Denn Leute wie Beckstein und Co. wissen, daß die Karteikästler zumindest noch einige Zeit die Mehrheit darstellen und bedienen deren sicher oft plumpe Vorbehalte.
Es gibt da von einer großen Anzahl an Spielern schon Vorschläge und auch Vereine die sich Gedanken machen und diese auch versuchen an die Politik und die zuständigen Stellen zu übermitteln, leider bringen diese Versuche relativ wenig, wir haben sogar schon versucht Politiker zu besuchen auf LAN-Veranstaltungen zu überreden und ihnen dort diese "Jugendkultur" näher zu bringen und zu erklären. Die Resonanz auf solche Versuche war minimal bis nicht vorhanden. Deswegen macht sich langsam eine gewisse Wut und Ablehnungshaltung gegen eben diese Politiker breit.
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